Akustik

Die 6 häufigsten Lärmquellen im Büro – und was man dagegen tun kann

30.04.2026

Gespräche, Telefonate und technische Geräte: Lärm im Büro hat viele Ursachen. Oft entsteht er schleichend und wird erst dann zum Problem, wenn Konzentration und Produktivität spürbar leiden. Wer die wichtigsten Lärmquellen kennt, kann gezielt und wirksam dagegen vorgehen.

Die 6 häufigsten Lärmquellen im Büro – und was man dagegen tun kann

Lärm gehört zu den häufigsten Störfaktoren im Büroalltag, da Gespräche, Telefonate und Geräte eine konstante Geräuschkulisse erzeugen. Besonders kritisch ist dabei nicht nur die Lautstärke, sondern die Art des Geräusches: Verständliche Sprache bindet automatisch unsere Aufmerksamkeit, selbst dann, wenn wir uns eigentlich auf etwas anderes konzentrieren wollen. Gleichzeitig verstärken harte Oberflächen wie Glas, Beton oder glatte Möbel den Schall im Raum. Geräusche breiten sich weiter aus, überlagern sich und bleiben länger hörbar.


Das Ergebnis: steigender Geräuschpegel, schlechtere Sprachverständlichkeit und häufige Ablenkung.


Die gute Nachricht: Eine spürbare Verbesserung ist nicht nur bei Neubauten oder grossen Umbauten möglich. Auch in bestehenden Büros lassen sich mit gezielten Massnahmen, oft ohne grossen baulichen Aufwand, deutliche akustische Verbesserungen erreichen.

Die 6 häufigsten Lärmquellen & wirksame Massnahmen



1. Gespräche von Kolleg:innen (Hauptlärmquelle)

Gespräche sind der grösste Störfaktor im Büro – insbesondere, weil unser Gehirn Sprache automatisch verarbeitet. Dadurch fällt es schwer, irrelevante Gespräche auszublenden.


Typische Wirkung:

  • Konzentrationsverlust
  • häufige Unterbrechungen
  • sinkende Arbeitsleistung


Massnahmen:

  • Trennung von Kommunikations- und Konzentrationszonen
  • Klare Regeln für Ruhe- und Fokusbereiche
  • Sichtkontakt zwischen Arbeitsplätzen vermeiden (z.B. Tischaufsätze)
  • Ausreichend hohe, trennende Elemente einsetzen (mind. 1,5m hoch, z.B. mit Akustikraumtrennern)
  • Schall möglichst nahe am Ort der Erzeugung verhindern (z.B. Abtrennung von einem Raum)




2. Telefonate
Telefonate gehören zum Alltag, stören aber die Konzentration – vor allem in offenen Büros.


Typische Wirkung:

  • hohe Ablenkung durch unvorhersehbare
  • Sprachanteile Störung mehrerer Arbeitsplätze gleichzeitig


Massnahmen:

  • Einrichtung von Telefonzonen oder Rückzugsräumen (z. B. Raum-in-Raum-Lösungen)
  • Nutzung von Headsets zur Reduktion der Sprechlautstärke
  • Akustische Abschirmungen zwischen Arbeitsplätzen (z. B. Tischaufsätze oder Stellwände)




3. Schlechte Raumakustik (Hall, Nachhall)

Nicht nur der Lärm selbst ist entscheidend, sondern wie er sich im Raum ausbreitet. Lange Nachhallzeiten führen dazu, dass Geräusche «stehen bleiben» und sich überlagern.


Typische Wirkung:

  • schlechtere Sprachverständlichkeit
  • verstärkte Ausbreitung von Gesprächen
  • insgesamt höher empfundener Lärmpegel


Massnahmen:

  • Einsatz von Akustikabsorbern (z. B. Deckensegel, Baffeln, Wandpaneele)
  • Verwendung akustisch wirksamer Materialien wie Teppiche, Vorhänge, Begrünung oder Möblierung
  • Akustik bereits in der Planungsphase berücksichtigen



4. Bürogeräte (Drucker, Lüftung, Klimaanlagen)

Technische Geräte erzeugen konstante Hintergrundgeräusche. Diese werden oft unterschätzt, da sie die dauerhafte Grundlautstärke im Raum erhöhen.


Typische Wirkung:

  • erhöhter Grundgeräuschpegel
  • geringere Konzentrationsfähigkeit über längere Zeit


Massnahmen:

  • Geräte räumlich auslagern (z. B. separate Druckerzonen)
  • Einsatz geräuscharmer Geräte
  • regelmässige Wartung von Lüftungs- und Klimaanlagen



5. Hohe Personendichte / Grossraumbüros

Je mehr Personen sich in einem Raum befinden, desto mehr Schallquellen entstehen gleichzeitig. Die Kommunikationsdichte steigt – und damit auch die Ablenkung.


Typische Wirkung:

  • steigender Geräuschpegel
  • häufige Störungen durch parallele Tätigkeiten


Massnahmen:

  • klare Zonierung in ruhige und kommunikative Bereiche (z.B. Raum in Raum Lösungen, Trennwände, Akustikraumteiler)
  • Kombination aus baulichen, technischen und organisatorischen Lösungen



6. Impuls- und Einzelgeräusche

Kurzzeitige Geräusche wie Türen, Tastaturen oder Bewegungen fallen besonders auf. Einzelne Impulse können die Konzentration stärker unterbrechen als gleichmässiger Lärm.


Typische Wirkung:

  • plötzliche Unterbrechung der Konzentration
  • stärkere Störwirkung als gleichmässiger Lärm


Massnahmen:

  • Einsatz von Soft-Close-Systemen bei Türen und Möbeln
  • geräuscharme Ausstattung (z. B. leise Tastaturen)
  • Sensibilisierung der Mitarbeitenden

Fazit


Lärm im Büro entsteht selten durch eine einzelne Ursache – sondern durch das Zusammenspiel von Mensch, Technik und Raum. Eine wirksame Verbesserung gelingt deshalb nur mit einem ganzheitlichen Ansatz:

  • Lärm an der Quelle reduzieren
  • Schall im Raum gezielt steuern
  • Nutzung und Verhalten klar organisieren


Gut geplante Büroakustik sorgt nicht nur für weniger Lärm, sondern für bessere Konzentration, weniger Stress und eine deutlich höhere Arbeitsqualität. Und das sowohl in der Planung als auch durch gezielte Optimierungen im bestehenden Büro.


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