Akustik

Bessere Konzentration dank guter Raumakustik

09.01.2026

Warum Schalldämmung, Schallabsorbierung und Sprachverständlichkeit kein Luxus ist, sondern Grundlage für gesundes Arbeiten

Bessere Konzentration dank guter Raumakustik

Im Büro stehen Kommunikation und Konzentration oft im Widerspruch. Besonders in offenen Arbeitswelten ist Lärm ein häufiger Störfaktor. Viele unterschätzen, dass sich schlechte Akustik direkt auf Leistung und Gesundheit auswirkt. In diesem Beitrag erfährst du, warum Raumakustik so wichtig ist, welche Normen gelten und wie du dein Büro akustisch optimieren kannst.

Lärm im Büro: der unterschätzte Störfaktor


Studien und Leitfäden von Suva, IBA oder Gesundheitsförderung Schweiz zeigen:

  • Rund 50 % der Mitarbeitenden empfinden Lärm im Büro als belastend
  • Bereits verständlich gesprochene Sprache kann die Leistung um bis zu 66 % reduzieren
  • Dauerlärm führt zu Stress, Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten


Lärm ist also mehr als nur unangenehm. Er wirkt sich direkt auf die Produktivität, das Wohlbefinden und die Gesundheit aus.




Welche Normen gelten?


Damit Büros akustisch gesund bleiben, gibt es klare Richtwerte:

  • SIA 181 (Schweiz): regelt Nachhallzeiten, Schalldruckpegel und Schalldämmung
  • DIN 18041: empfohlene Nachhallzeiten je nach Nutzung, z. B. 0.5 bis 0.8 Sekunden für Büros
  • DIN EN ISO 3382-3: regelt die Sprachverständlichkeit in Grossraumbüros
  • DIN EN ISO 11690 / SUVA: empfiehlt Pegel für verschiedene Bürotätigkeiten, z. B. Konzentrationsarbeit max. 45 dB(A)




Was heisst das konkret für dein Büro?


Bevor du konkrete Massnahmen planst, hilft ein Blick auf die empfohlenen Pegel für verschiedene Tätigkeiten:

  • Konzentrationsarbeit: ca. 45 dB(A)
  • Normale Büroarbeit: ca. 55 dB(A)
  • Besprechungsräume, Kommunikation: ca. 65 dB (A)


Zur Einordnung hier ein paar Vergleichswerte:

  • Flüstern in 1 m Entfernung: ca. 30 dB(A)
  • Leises Büro ohne Gespräche: ca. 40-45 dB(A)
  • Normales Gespräch in 1–2 m Nähe: ca. 55-60 dB(A)
  • Belebtes Büro mit Diskussionen: ca. 65 dB(A) und mehr


Wenn du Gespräche aus mehreren Metern Entfernung klar verstehen kannst oder ein Echo wahrnimmst, ist das ein deutliches Zeichen für Handlungsbedarf.




Welche Massnahmen gibt es?


1. Nachhall reduzieren – weniger Echo, mehr Klarheit
Ist der Raum zu "hallig", wird Sprache undeutlich. Zielwerte: 0.6 bis 0.8 Sekunden Nachhallzeit. Erreichen kannst du das mit:

  • Deckenabsorbern (mind. Klasse B)
  • Wandpaneelen an harten Flächen
  • Teppichen, Textilien oder Begrünung


2. Gespräche unauffällig machen
Nicht jedes Gespräch muss mitgehört werden. Die Sprachverständlichkeit sollte mit zunehmender Entfernung abnehmen. Hilfreich sind:

  • Akustiktrennwände, Akustiktischaufsätze
  • Zonierung in Fokus- und Kommunikationsbereiche
  • Mobile Stellwände, Pflanzen, absorbierende Möbel


3. Raumzonen clever einteilen
Gerade in offenen Konzepten hilft Zonierung, für Ordnung und Ruhe zu sorgen:

  • Rückzugszonen für Konzentration (z. B. Pods, Kabinen)
  • Austauschzonen für Kommunikation
  • Sichtbare und akustische Trennung durch Regale, Pflanzen, Raumteiler


4. Hintergrundgeräusche vermeiden
Klimageräte, Drucker oder Lüftungen sollten leise sein. Zielwert laut SIA 181: unter 45 dB, in Fokuszonen unter 40 dB.


5. Schalldämmung zwischen Räumen
Auch Besprechungsräume oder Büros sollten gut abgeschirmt sein. Empfohlen: Schalldämmung von mind. 42 bis 48 dB durch gute Wände und Dichtungen an Türen.

Akustikdeckensegel
Kommunikationszone mit Akustikbaffeln & Begrünung
Kommunikationszone mit Akustikbaffeln & -raumtrenner
Akustikwandpaneelen
Begrünung, Teppiche, Deckensegel
Akustikraumteiler, -deckensegel & Akustiktischaufsätze

Wie viel Akustik braucht ein Büro?


Eine grobe Faustregel: 30–50 % der Raumfläche sollten schallabsorbierend gestaltet sein. Zum Beispiel:

  • 50 % der Deckenfläche mit Akustikpaneelen
  • 2 bis 3 Wandabsorber pro Raum
  • Ergänzend: Teppiche, Pflanzen, akustische Raumtrenner

 

Diese Elemente lassen sich einfach in neue wie bestehende Büros integrieren.


Diese Berechnung ist als grobe Faustregel zu verstehen, da Raumakustik stark abhängig von der Raumstruktur, Oberflächen, bestehenden Möbeln, etc. ist. Um die genaue Fläche und die Standorte für Absorber zu bestimmen, werden beim Akustikkonzept und deren Berechnung alle Faktoren mit einbezogen.

 



Fazit


Gute Akustik = bessere Arbeit. Raumakustik ist keine Nebensache. Sie ist entscheidend für gesunde, produktive Arbeitsumgebungen. Wer in die richtige Akustik investiert, erhöht nicht nur den Komfort, sondern auch die Effizienz und Zufriedenheit der Mitarbeitenden.


Tipp: Ein professioneller Akustik-Check zeigt dir, wo Optimierungspotenzial liegt – und wie du dein Büro akustisch auf das nächste Level bringst.


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